Loslassen lernen: Wie Akzeptanz dich befreit und heilt

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Spiritualität
Frau lässt Blütenblätter im Wind fliegen als Symbol des Loslassens

Loslassen ist eine der größten spirituellen Lektionen, die wir lernen können. Oft klammern wir uns an Menschen, Situationen oder Überzeugungen, die uns längst nicht mehr dienen – aus Angst vor dem Unbekannten oder weil wir glauben, ohne sie nicht sein zu können.

Manche Menschen glauben, dass Festhalten uns stark macht. Aber manchmal ist es das Loslassen.

Was wir festhalten und warum

Wir halten an vielem fest, oft ohne es zu bemerken:

  • Vergangene Beziehungen – auch wenn sie längst zu Ende sind
  • Alte Verletzungen – der Schmerz wird zur vertrauten Identität
  • Überholte Glaubenssätze – die uns nicht mehr dienen
  • Kontrolle – über Dinge, die wir nicht kontrollieren können
  • Erwartungen – wie das Leben sein sollte
  • Materielle Dinge – die uns Sicherheit geben sollen

Warum uns Loslassen so schwerfällt

Unser Verstand liebt das Vertraute, selbst wenn es uns schadet. Das Bekannte fühlt sich sicher an, das Unbekannte bedrohlich. Wir haben gelernt, dass Kontrolle Sicherheit bedeutet.

Doch diese Illusion von Kontrolle kostet uns enorm viel Energie. Wahre Sicherheit liegt nicht im Festhalten, sondern im Vertrauen in den Fluss des Lebens.

Typische Ängste beim Loslassen sind:

  • Was, wenn ich es bereue?
  • Was, wenn ich nichts Besseres finde?
  • Was, wenn ich allein bleibe?
  • Was, wenn ich die Kontrolle verliere?

Diese Ängste sind verständlich – aber sie halten dich gefangen.

Die Kunst des bewussten Loslassens

Schritt 1: Erkenne, was losgelassen werden möchte

Spüre in dich hinein und frage dich:

  • Wo fühlst du Schwere in deinem Körper?
  • Welche Gedanken drehen sich im Kreis?
  • Welche Beziehungen oder Situationen rauben dir Energie?
  • Was hältst du fest, obwohl es nicht mehr passt?

Das sind Hinweise auf das, was bereit ist, losgelassen zu werden.

Schritt 2: Akzeptanz als Grundlage

Bevor wir loslassen können, müssen wir akzeptieren, was ist. Akzeptanz bedeutet nicht Zustimmung – sie bedeutet, den Widerstand aufzugeben gegen das, was bereits geschehen ist.

Du kannst nicht vorwärts gehen, während du nach hinten schaust. Akzeptiere, was war, damit du frei wirst für das, was sein kann.

Schritt 3: Das Ritual des Loslassens

Rituale helfen, den inneren Prozess sichtbar zu machen:

  • Schreibe auf, was du loslassen möchtest – detailliert und ehrlich
  • Lies es laut vor und spüre die Worte in deinem Körper
  • Sage: Ich lasse dich los. Ich danke dir für die Lektionen. Ich bin bereit für Neues.
  • Verbrenne das Papier als symbolischen Akt der Befreiung
  • Beobachte, wie der Rauch aufsteigt und sich auflöst

Schritt 4: Vertrauen kultivieren

Erinnere dich: Jedes Mal, wenn du etwas losgelassen hast, hat das Leben dir Raum für Neues geschaffen. Vielleicht nicht sofort sichtbar, aber es kam.

Fragen, die dir helfen:

  • Was hat mir das Leben gebracht, nachdem ich losgelassen habe?
  • Welche Türen haben sich geöffnet?
  • Was wäre nicht möglich gewesen, wenn ich festgehalten hätte?

Körperliche Zeichen des Festhaltens

Festhalten zeigt sich oft im Körper:

  • Verspannte Schultern – als würdest du eine Last tragen
  • Enger Brustkorb – Schwierigkeiten, tief zu atmen
  • Geballte Fäuste – auch unbewusst
  • Zusammengebissene Zähne – vor allem nachts

Wenn du loslässt, lässt auch dein Körper los.

Loslassen ist eine tägliche Praxis

Loslassen ist kein einmaliger Akt, sondern eine tägliche Praxis. Mit jeder kleinen Befreiung wächst dein Vertrauen ins Leben. Es wird leichter.

Das Leben ist ein Fluss. Du kannst nicht im Fluss schwimmen und gleichzeitig am Ufer festhalten. Lass los und vertraue der Strömung.

Wenn du Unterstützung beim Loslassen alter Muster, Verletzungen oder Beziehungen brauchst, begleite ich dich gerne auf diesem befreienden Weg.

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